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Anne Clark - I'll walk out into tomorrow

Lesedauer: ∅ 1m 46s für 393 Wörter
Erstellung: 23.09.2018 (16:16)
Letzte Änderung: 19.10.2018 (13:26)
Die im Januar 2018 in den Kinos gelaufene Dokumentation über Anne Clark ist seit September auch als DVD, BluRay und Stream erhältlich.

Anne Clark, die New-Wave-Poetin aus einem grauen Londoner Bezirk, versucht Einblicke in den Verlauf ihrer Karriere zu geben und kann tatsächlich einige (weitere) Sympathiepunkte erhaschen. Doch irgendetwas stimmt hier gewaltig nicht mit dieser "Dokumentation": Schnell werden Mankos  auffällig: Wer Anne Clark nicht - oder nur kaum - kennt, wird mit diesem Film nicht glücklich, denn er wird sie nicht verstehen. Selbst Fans dürften ihre Schwierigkeiten haben, dem Verlauf zu folgen - denn so etwas wie einen "Verlauf" gibt es nicht.

Viele Themen werden nur angerissen und kaum wirklich durchleuchtet oder befriedigend erklärt; die fehlende Chronologie erschwert das Verständnis und  immer wieder fragt man sich: "Was war das?" und "Kommt da noch was?". Die rund 80 Minuten des Films machen einen stark kastrierten Eindruck. Wer hat das ganze Material, welches sich ja bei der "Begleitung über 10 Jahren" (laut Werbeinfo), angesammelt haben muß, zurechtgestutzt und zu einem wilden Kaleidoskop von filmischen Halbsätzen zusammengeschnitten?

Der Werbebotschaft kann durchweg misstraut werden, denn sämtliche Einstellungen der "Begleitung" beschränken sich auf sehr wenige Orte mit einer immer gleichen Anne Clark. Wir sehen eine Anne Clark, wie sie auf dem Beifahrersitz eines Autos immer wieder auf Dinge und Orte zeigt und stenografisch Erklärungen abgibt. Wir sehen diese Dinge und Orte nicht, wir sehen eine Frau Clark von der Rückbank des Autos gefilmt. Das Auto fährt durch London - doch statt London sehen wir Anne Clarks Hinterkopf!
Gezeigt werden aber auch Ausschnitte aus Video-Clips und Fragmente von Konzerten. Die Poetin kann aber auch anders, wie man beispielsweise an den Ausschnitten von Proben sehen und hören kann. Da der Zuschauer auch hier nur Bruchstücke zu Gesicht bekommt, gehen hier ein paar Sympathiepunkte wieder flöten und man müsste annehmen, Anne Clark wäre eine herrische Diva. Ein Bärendienst dieser Doku. Das diese Darstellung nicht der Realität entspricht, kann jeder nachvollziehen, der die Künstlerin einmal kennenlernen durfte.

Insgesamt erfährt man wenig, womit die Dokumentation ihrem Sinn und Zweck widerspricht und ad absurdum führt. Wem darf man denn diesen Film ans Herz legen? Gute Frage; schwierige Antwort.
Den Kauf der DVD oder BluRay kann man getrost vergessen und sich mit dem Stream zufriedengeben. Nennenswertes Bonus-Material auf den Scheiben sucht man nämlich vergeblich. Allzu oft wird der Film wahrscheinlich nicht im Player landen...
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