schusterjunge

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Cookie bla bla

Lesedauer: ∅ 3m 22s für 744 Wörter
Erstellung: 13.09.2018 (15:09)
Letzte Änderung: 24.09.2018 (08:56)
Kekse sind zum Essen da! Dennoch könnte man meinen, dass das gesamte Internet von einem Kekskrümelteppich überzogen sei. Cookies hier, Cookies da - und jeder muss davor warnen, dass die Kekse da sind. Abgesehen von der Tatsache, dass - rein rechtlich - zur Zeit überhaupt kein Bedarf besteht, diese nervenden Cookie-Banner zu präsentieren, fragt man sich: Warum benutzen die Leute überhaupt Cookies? Dazu zuvor kurz ein paar Worte zur Bedeutung des Begriffs "Cookie": "Der Begriff wird oft synonym zu den HTTP-Cookies im World Wide Web verwendet [...] welches zwischen Webbrowser und Webserver ausgetauscht wird, für diese aber völlig bedeutungslos ist und erst für die Webanwendung, z. B. einen Online-Shop, eine Bedeutung erhält, etwa den Inhalt eines virtuellen Warenkorbes." So spricht die Wikipedia weise!

Nun verdienen die wenigsten Websites die Bezeichnung "Webanwendung" und somit müssten auch die wenigsten Websites wirklich Cookies verwenden. Newsseiten, Infoseiten, Online-Zeitungen, Portale, Verzeichnisse, Blogs kommen gut ohne Cookies aus. Cookies können sinnvoll für Online-Shops, Umfragen und andere Anwendungen sein - überall, wo gewisse Informationen über mehrere Seiten hinweg transportiert und erhalten werden müssen. Eine redaktionelle betreute Seite oder ein Blog muss nichts transportieren oder erhalten. Die wenigsten Artikel auf diesen Seiten sind davon abhängig, was man zuvor gelesen/betrachtet hat.

Nochmals: Warum benutzen Leute überhaupt Cookies? Weil sie unfähig sind, diese "abzuschalten"? Weil sie einen verborgenen Zweck verfolgen? Weil sie im Auftrag der Werbeindustrie die Cookies ins Internet tonnenweise verstreuen?

Da wären die Leute, die sich nichts dabei denken (wie bei so vielen anderen Thematiken auch). Man setzt einen Blog mit Wordpress auf, installiert möglichst viele Erweiterungen und stellt dann - meist erst nach Hinweisen - fest, dass der eigene Blog dutzende Cookies setzt. Verwundert kratzt man sich den Kopf, "aber das habe ich doch gar nicht angestellt" - oh doch, hast du! Na dann, schnell ein weiteres Plug-In installieren, dass alle Besucher vor diesen fiesen Cookies warnt. Erledigt! Aufatmen!

Ohne Verschwörungstheorien anfeuern zu wollen, könnten manche Anbieter doch auch einen ganz gemeinen, weltverändernden, manipulierenden Zweck verfolgen. Könnten sie, aber Cookies sind wohl nicht das geeignete Mittel dafür. Außer "etwas" Datenverbindung und -verknüpfung ist da nicht drin. Das wiederum nützt nur einer Branche etwas: Die Werbebranche ist an Daten interessiert, ja sie giert regelrecht danach. Sie ist wie Herpes: Überall vorhanden und ständig auf der Lauer auszubrechen. Weder Werbung noch Herpes sind sonderlich beliebt. Da man aber nunmal keine fremden Cookies auslesen kann, muss man dafür Sorge tragen, dass die eigenen Cookies möglichst weit gestreut werden, damit man immer wieder auf sie zugreifen kann. Der unbedarfte Webseitenbetreiber, Blogschreiber usw. wittert das große Geschäft, da die Werbetreibenden ihn ja gern beteiligen wollen. Für ein paar mickrige Cent wird da der eigene Leser/Besucher an Google & Co. verhökert. Ein paar Anzeigenblöcke auf der eigenen Seite können ja nicht schaden, werten ja auch die Seite auf, denn die Leute werben ja nicht irgendwo. Nun gut, Google erlaubt Anzeigen auf so ziemlich jeder Seite - aber das kann man ja mal ignorieren. Und damit man selbst die mickrigen Cent-Einnahmen schön verfolgen und auswerten kann, knallt man sich schnell noch Google-Analytics auf die Seite. Okay, die Daten könnte man auf dem eigenen Server genauso gut auswerten, aber Google macht das doch alles so schön bunt. Dafür gibt man doch gern - die Daten der Anderen (zusätzlich zu den eigenen)! Google sei hier nur als Beispiel genannt, es gibt weitere Anbieter - Google muss hier leider als Synonym herhalten.

Herpesviren sind überall - Cookies der Werbewirtschaft auch. Da hilft nur eines: Der Ausbruch muss verhindert werden! Zunächst kann man Cookies im Browser das Gespeichertwerden abgewöhnen - mindestens sollten Drittanbietercookies auf die schwarze Liste gesetzt werden. Der Browser erlaubt das nicht? Dann nimmt man halt einen anderen - wer Chrome oder Edge benutzt, sollte sich nicht wundern... Wenn man schon dabei ist, ein paar Add-ons im Browser - nennen wir ihn einfach mal Firefox - dürfen es ruhig sein. AdBlock oder uBlock zum Beispiel. Damit wird man auch gleich die ganze andere Werbung los. Nix mehr mit Werbe-Cookies. Wenn Seiten mit aktiviertem Werbeblocker gar nicht aufrufbar sind, ist das auch halb so wild: Ohne die Axel-Springer*-Propaganda lebt es sich sowieso besser.
(* oder wer auch immer die Seite wegen eines Werbeblockers komplett sperrt)

Also: Nehmt erst die Cookies von euren Blogs und anderen Websites, dann die Cookie-Banner. Selbst wer auf Cookies wirklich angewiesen ist (Shops etc.): Weg mit dem Banner! Informiert euch über die Gesetzeslage (insbesondere, falls sich diese ändert) und geht danach mal zu Amazon die Cookie-Banner zählen...
Augen auf und  AdBlocker an; auf dass auch deine Spuren im Netz verblassen!

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