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Sonntag, 16. Dezember 2018
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Dark

Lesedauer: ∅ 2m 13s für 493 Wörter
Erstellung: 09.09.2018 (17:28)
Letzte Änderung: 19.10.2018 (13:25)
Man mag geneigt sein - und dies nicht ganz unbegründet - zu behaupten, dass das deutsche Kino/Fernsehen nur von nuschelnden Schauspielern und kreischenden Moralaposteln dominiert wird. Aktuell gibt es wirklich wenig in den tiefen, tiefen Weiten der Filmproduktionen, was die Eignung außerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks oder der plärrenden Privatsender besäße. Gäbe es nicht die alternative Möglichkeit des Streamings, deren dahinterstehende Unternehmen nicht für den Werbezweck, sondern für die die Inhalte bezahlende Kundschaft produzieren, sähe es finster aus auf den Mattscheiben dieses Landes. Apropos "finster": Eben eine solche Ausnahme, die, einerseits hierzulande populär, als auch international erfolgreich ist, ist die aktuell 10-teilige Serie "DARK" aus dem Hause Netflix.

"Dark" ist nicht nur die erste durchweg deutsche Serie (hier entwickelt, hier produziert und hier gefilmt), nein, die Produzenten schafften es auch, eine Riege von Schauspielern zu akquirieren, der man nicht nach zwei Minuten die unverzügliche Selbstauflösung an den Hals wünscht.

Die Story hat diverse Eckpfeiler: Zunächst die kuhkaffgleiche Kleinstadt namens Winden, in der es alle Nase lang wie aus Kübeln schüttet und deren Bewohner - ach so typisch - von Intrigen zerfressen und die schöne Fassade wahren möchten. Das naheliegende AKW rundet die Kleinstadtromantik ab. Die - wissenschaftlich nicht haltbare - These, dass alle 33 Jahre im Universum wieder alles "auf Anfang", also völlig identisch, sei, lässt die Serie im Jahr 2019 starten. Eine Rolle spielen ebenso die Jahre 1986, 1953 und 2052.
Zeitreisen! Ja, Zeitreisen! Dieses Wort taucht zeitig in Form eines Buchtitels auf und verweist damit etwas plump auf die Verbindung der Jahre, verrät aber auch recht schnell, was mit den verschwundenen Kindern, deren Schicksale zusammen eine ebenso tragende Säule darstellt. Schlußendlich dreht sich alles um "Wer ist wer?", "Wo ist wer?" und - zeitreisegerecht - "Wann ist wer?"

Mehr als solide kann man die Leistung der Schauspieler bezeichnen. Der Zuschauer schwankt zwischen Zu- und Abneigung und wird sicher mehr als einmal seine Meinung zu den einzelnen Charakteren ändern. Das gefällt, das hat Charme, das hat Biss!

Unbedingt hervorzuheben sei noch der Soundtrack. Der Australier Ben Frost, der mittlerweile auf Island lebt, ist bekannt für seine düster ambienten Kompositionen und lieferte auch zu "Dark" einen hervorragenden, passenden und beeindruckenden Soundtrack voller Dunkelheit und spannendem Ambiente. Der Titelsong, der sich ins Gefüge des düsteren Klangteppichs einfügt, stammt vom Electro-Künstler Sascha Ring (a.k.a. Apparat), der sich für den Gesang Anja Franziska Plaschg (a.k.a. Soap&Skin) auswählte. Hinzu kommen Fetzen klassischer 80er-Jahre-Popsongs von Dead Or Alive, Nena, oder Tears for Fears.

In Gänze betrachtet ist "Dark" natürlich keine Serie des Horror-Genres, was man an verschiedenen Orten verlauten ließ, sondern eher als Mischung aus Thriller, Mystery und Drama zu sehen. Oberflächlichkeit kann man (trotz wissenschaftlicher und logischer Fehltritte) der Serie keinesfalls attestieren. Im Gegenteil: "Dark" erfordert vollste Aufmerksamkeit, um der Verknüpfungen in Zeit und Raum zu folgen.

Fazit: "Dark" ist eine spannende Serie mit düsterer Atmosphäre, in der es jede Menge Wendungen gibt und deren verworrene und verquickte Pfade man ergründen sollte.
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