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Donnerstag, 25. April 2019
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Die Quellen schwarzen Goldes: Vinyl kaufen

Musik
Lesedauer: ∅ 5m 44s für 1267 Wörter
Erstellung: 02.12.2018 (16:49)
 Aktualisiert: 09.04.2019 (16:51) 
Jeder hat so seine Quellen, bei denen er seine Schallplatten bezieht. Früher war es der Plattenladen und die Plattenbörse, dann der Versand via Katalog und Bestellkarte, heute sind es immer öfter auch Online-Shops. Um hier nicht eine wilde Werbeorgie zu eröffnen, versuchen wir dies so neutral wie möglich abzuarbeiten, können uns aber sicher den einen oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen...

 

Der Plattenladen


Ja, in vielen Städten gibt es ihn noch, den Plattenladen. Vielleicht nicht mehr so gigantisch wie früher, aber er existiert noch. Unbestätigten Schätzungen beträgt die Zahl heute deutschlandweit knapp 500. Hierbei inkludiert sind nicht die Musikabteilungen von Elektro-Märkten und - sofern noch existent - Kaufhäusern. Die meisten Läden findet man in Berlin und - mit Abstand - in Hamburg, München und im Ruhrgebiet. Es gibt diverse Möglichkeiten, den richtigen Laden für sich zu finden...

 

Der Flohmarkt


Meist am Wochenende finden sich auf den tausenden Flohmärkten in Deutschland Vinylschätze, aber auch jede Menge verhunzte Scheiben. Hier muss man ein halbwegs geschultes Auge haben, um qualitativ hochwertige Platten zu finden. Bei manch angebotenen Platten müsste man allerdings schon blind sein, um nicht zu erkennen, dass das, was man da gerade in der Hand hält, weder gepflegt noch ordentlich behandelt wurde. Die Preise rangieren zwischen billig und Wucher, je nach Lage, Anbieter und Objekt.

 

Die Plattenbörse


Zu den unterschiedlichsten Zeiten finden an verschiedenen Orten sogenannte Plattenbörsen statt. Im Unterschied zu Flohmärkten finden die Börsen fast immer in Hallen statt und natürlich gibt es hier nur Platten und nicht den Trödel, den die Märkte so bereit halten. Auch ist die Qualität der Tonträger auf Börsen höher. Allerding trifft dies ebenso auf die Preise zu, denn auf den Börsen hat man es mit Profis zu tun. Die meisten Standbesitzer wissen, was sie anbieten und kennen den Wert der Scheiben - auf Flohmärkten kann man schon einmal auf eine unwissende Seele treffen und das eine oder andere Schnäppchen machen. Die Wahrscheinlichkeit derartiger Glücksgriffe ist auf Börsen eher gering. Die Auswahl ist hier allerdings größer und man kann stundenlang mit Leuten "fachsimpeln"... Kurz gesagt: Ein Flohmarkt ist für ein, zwei Stunden gut, die Plattenbörse ist eine "Tagesaufgabe".

 

Elektro-Märkte


Natürlich wollen auch die Elektromärkte Saturn, mediamarkt und Co. vom derzeitigen Vinyl-Boom profitieren. Allerdings machen sie da mittlerweile alles falsch, was man nur falsch machen kann. Die klitzekleine Vinyl-Abteilung ist schlecht sortiert, die Auswahl ist winzig und man fixiert sich tatsächlich auf Leute, die für ihren Plattenspieler genauso viel ausgeben, wie für eine Platte (nennen wir das Ding mal scherzhaft "Plattenfräse") oder aber auf Leute ohne Plattenspieler, die nur eine Platte kaufen, weil ihr Teenie-Schwarm (die Bezeichnung 'Musiker' wäre zu hoch gegriffen) halbnackt und lasziv auf dem Cover posiert und das Ding zuhause nur herumsteht. Preislich ist man hier im "Normalbereich", aber ein Besuch dieser Shoppingtempel lohnt trotzdem nicht, es sei denn, man steht auf grelles Licht, Marathonläufe zur Kasse und gelangweiltes Personal.

 

Discogs


Verlassen wir die kalte, reale Welt und tauchen ein in die bunte Online-Welt. Hier ist eigentlich alles wie in der realen Welt, nur muss man hierfür keinen Schritt vor die Tür wagen. Discogs ist ein gigantischer Marktplatz geworden, der eigentlich ein Verzeichnis aller jemals erschienenen Tonträger war (und immer noch ist), nur das neben den vielen Details zu den Scheiben auch noch eine Liste von Verkäufern auftaucht, die eben diese Scheibe gerade anbieten. Und das weltweit! Eigentlich gibt es kaum eine Platte, die nicht angeboten wird - das Angebot ändert sich sekündlich. Die Preise befinden sich fast immer im Bereich von "akzeptabel" und "gerechtfertigt" - mit Ausnahmen in Richtung "Schnäppchen", aber auch "Wucher" darf man einigen Anbietern unterstellen. Hinzu kommt natürlich immer der Preis für den Versand, der aus Japan, Australien oder der USA schon mal den Wert der Bestellung verdoppelt oder verdreifacht. Bei Discogs gibt es sowohl Neuware als auch Gebrauchtes. Die Möglichkeiten der Taxierung der Schallplatten sind gegeben, werden von den Anbietern nur leider nicht immer optimal genutzt oder auch absichtlich falsch angewendet. Doch dafür gibt es das Bewertungssystem...

 

Record Store Day / Black Friday


Seit über einem Jahrzehnt findet diese Verkaufsveranstaltung am vorletzten April-Sonnabend statt. Ursprünglich zur Unterstützung von unabhängigen Plattenläden gedacht, ist der RSD eigentlich nur noch reines Abkassieren mit längst mehrfach veröffentlichter Alben, Maxis und Singles. Auch wenn die Plattenläden an diesem Tag den Umsatz des Jahres machen, bleibt doch ein bitterer Nachgeschmack. Neuerscheinungen zur Feier des Tages werden immer rarer, stattdessen gibt es die x-te Wiederveröffentlichung auf buntem Vinyl und das zu gesalzenen Preisen. Der RSD hat kein Alleinstellungsmerkmal mehr, denn genau dasselbe passiert das ganze Jahr über. Auch wenn man sich dem bewusst ist, kann sich wahrscheinlich kein Vinylsammler davon freimachen, nicht doch an diesem Tag die eine oder andere Scheibe erstanden zu haben...
Nach dem RSD versucht man die Masche jetzt auch am Black Friday im November, noch nicht im gleichen Umfang, allerdings darf man davon ausgehen, dass hier noch einiges zugelegt wird.

 

Amazon


Bei Amazon bekommt man so ziemlich jede neuerschienene Platte zu einem mehr oder weniger "normalen" Preis. Es gibt aber auch Gebrauchtwaren von diversen Anbietern oder aber auch von Amazon selbst (die sogenannten warehouse-Deals). Während man bei letztgenannten Deals schon mal abwägen kann, ob der Gebrauchtpreis ein akzeptables Angebot ist (im Fal der Fälle kann man das ja problemlos retournieren), sollte von den Angeboten der Händler Abstand genommen werden. Nicht nur, dass die Preise teilweise eine Frechheit sind, nein, auch die Zustandsbeschreibungen sind sehr schwammig formuliert - und die Rückgabe ist nicht gerade einfach oder gar kostenlos.
Regelmäßig fährt Amazon Aktionen, die einem den Plattenkauf erleichtern sollen. So gibt es im November zum Black-Friday bzw. zur Cyber-Monday-Week alle warehouse-Deals mit zusätzlich 25% Rabatt und kurz drauf winkt auch schon das 3-für-2-Angebot. Wer bei letztgenanntem geschickt wählt, erreicht so also einen guten 33%-Rabatt. Dies kann man übrigens auch mit CDs, BluRays oder Games kombinieren. Übers Jahr verteilt gibt es weitere, allerdings auf spezielle Produkte beschränkte Angebote oder Coupons - diese können aber zeitlich sehr beschränkt sein.

 

eBay


Subjektiv gesehen ist die Zeit von eBay vorbei. Es lohnt kaum, dort nach Platten zu suchen. Jeder meint plötzlich, jede Schallplatte wäre Gold wert. Jeder Müll wird zu Wucherpreisen angepriesen - nur Käufer finden sich dafür kaum. Die Beschreibungen sind schlecht, die Qualität der Scheiben noch viel schlechter. Und die ganze Neuware bekommt man anderswo ebenso.

 

JPC


Ein weiterer Online-Händler, der jede Menge Vinyl im Programm führt. Die Scheiben werden immer portofrei verschickt, der Service ist gut, die Preise sind es auch. Ab und zu gibt es exklusive Auflagen, die sich im Vergleich zur schwarzen Variante nur in der Vinylfarbe unterscheiden. Es gibt den Vinyl-Mittwoch, der allerdings nur ein redaktionelles Neuvorstellen von fünf Platten darstellt. Die Auswahl ist logischerweise dem Angebot geschuldet und ist oft das Lesen nicht wert - überfliegen kann man den Text aber, es handelt sich  sowieso nur um recht kurze Promo-Sätze. Preislich bewegt man sich bei JPC im Normalbereich mit leichter Tendenz nach oben. Vereinzelte Angebote sind auch zu finden, aber eher rar gestreut.

 

Viele, viele Online-Shops für gebrauchtes Vinyl


Dann gibt es da noch diverse Online-Shops, die die Nische füllen, die die oben genannten Anbieter nicht füllen. Diese Nische ist klein - sehr klein, aber dennoch existent: Fun Records, Vinool, momox, Oldthing, Schallhandel und wie sie alle heißen. Schnäppchen findet man hier keine - es sind schließlich Händler und keine Privatleute -, aber vielleicht wird der eine oder andere Sammler fündig, der eine größere Menge Platten nicht von unterschiedlichen Anbietern erwerben möchte. Billig wird es nicht, der Service ist stark schwankend, die Qualität ebenso, Beschreibungen sind nicht immer optimal.

Verbraucher­magazine der ÖR


montags, 19:25 Uhr
 WISO ZDF

montags, 20:15 Uhr
 Markt NDR
 super.markt RBB

dienstags, 20:15 Uhr
 MARKTCHECK SWR

mittwochs, 20:15 Uhr
 Markt WDR
 mex. HR

Satireshows


4. Dienstag im Monat, ca. 23:00 Uhr
 Die Anstalt ZDF

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freitags, ca.22:30 Uhr
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