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Es muss nicht immer Google sein - die Alternativen

Lesedauer: ∅ 4m 11s für 925 Wörter
Erstellung: 24.10.2018 (11:21)
Letzte Änderung: 24.10.2018 (11:26)
Google bietet zweifellos viele Erleichterungen im Leben des Smartphone- und PC-Benutzers - und auch Apple-User sind nicht ganz frei vom Internetgiganten, der - nicht umsonst - jüngst sein altes Motto "Don't Be Evil" über Bord geworfen hat. Böse Zungen behaupten, das Entfernen der Verneinung hätte das aktuelle Motto werden können. Ganz so schlimm ist es jedoch (noch) nicht. Dennoch: Wer den gigantischen Einfluss des US-amerikanischen Konzerns auf die persönliche Gegenwart zulässt, sollte sich seiner Zukunft gewiss sein. Kostenlos sind all diese Dienste, die Google anbietet, nämlich nicht. Gut, man zahlt nicht mit Geld, aber mit Daten, mit der Identität, mit seiner "Seele" - und das ist nicht nur auf die virtuelle Welt beschränkt, wie viele vermuten. Der Einfluß geht weiter... Wer Hunderte von Euro und Dollar alle paar Jahre in ein Smartphone investiert, sollte nicht an vergleichsweise Kleingeld sparen, um sich und seine Persönlichkeit zu schützen.

Alle nachfolgenden Vorschläge beschränken sich auf eine oder zwei Alternativen. Die Auswahl erfolgt durch Erfahrungen - die Findung weiterer Alternativen steht jedem natürlich offen und vielleicht findet man auch einen wahren Schatz in der Welt der Apps und Anbieter...

 

Google-Suche


Der erste Tipp kommt schon einmal sehr günstig daher: Ändere die Suchmaschine im Browser. Das funktioniert am PC ebenso wie auf dem Smartphone. Die Qualität von Google als Suchmaschine lässt kontinuierlich seit Jahren nach. Die Suchergebnisse haben längst nicht mehr die Qualität früherer Jahre. Das liegt vor allem auch an den gesponsorten Einträgen, die die erste Seite der Suchergebnisse mittlerweile fast wertlos erscheinen lassen und von vielen Nutzern noch nicht einmal - trotz Markierung - als Werbung identifiziert werden. DuckDuckGo filtert diesen Datenmüll schon mal aus. Auch die typische Spionage durch Google wird mit der Suche durch den Anbieter mit dem sonderbaren Namen verhindert. DuckDuckGo lässt sich leicht im Browser - z.B. Firefox - als Standardsuchmaschine festlegen. So fällt auch die versehentliche Google-Nutzung aus. Die Suchergebnisse sind identisch - nur ohne Spionage und (fast) ohne Werbung. Die Qualität steigt und die Privatsphäre ist gewahrt. Auf dem Smartphone kann die Google-App deinstalliert oder zumindest deaktiviert werden - sie liefert sowieso keinerlei Mehrwert.

 

Google-Maps


OsmAnd ist eine Open-Source Navigationsapp für Android und iOS. Es gibt eine kostenlose und eine kostenpflichtige (ca. 9.- €) Fassung der App. Die kostenlose Version ist etwas eingeschränkt, dies hält sich aber in Grenzen: Sie ist voll funktionsfähig und das auch weltweit! Jede Menge Einstellungen lassen Google-Maps schnell vergessen.

 

Google-Mail (Mail-Account)


Als Anbieter eines E-Mail-Postfachs ist Gmail zwar schnell und leicht eingerichtet (schließlich wird es einem ja quasi aufgedrängt). Wer nicht möchte, dass seine Mails gescannt werden, hat die Qual der Wahl: Tausende Anbieter von E-Mail-Accounts buhlen um Kundschaft. Kostenlose, mit Tonnen von Werbung zugemüllte und auch welche, die gegen einen geringen bis stattlichen Obolus ihre Dienste anbieten. Der Idealfall ist natürlich der, bei dem man die volle Kontrolle behält - werbe- und spionagefrei! Dies bietet nur die Alternative mit der eigenen Domain und dem gebuchten Webspace bei einem der vielen Hosting-Anbieter.

 

Google-Mail (E-Mail-App)


Wer seine E-Mail-Adressen nicht bei Google hat, sollte sowieso gar nicht erst auf die Idee kommen, die vorinstallierte Mail-App des Internetriesen zu verwenden. Aber auch, wer unbedingt seine Gmail-Adresse weiternutzen möchte/muss, kann zu einer Alternativ-App wechseln. Da wäre beispielsweise AquaMail. Dieser E-Mail-Client bietet alle Annehmlichkeiten, die man erwartet und übertrifft damit all die vorinstallierten Mail-Apps spielend. Bis zu zwei E-Mail-Adressen verwaltet man kostenlos - braucht man mehr, ist die Pro-Fassung mit einmalig rund 10.- € die App des Verlangens.

 

Google-Kalender & Adressbuch, Google-Drive, Photos


Wer bereits Webspace sein Eigen nennen darf - z.B. weil er die Kontrolle über seine E-Mails behalten möchte, kann sich auf dem gleich noch eine kleine, persönliche Cloud installieren (lassen) oder notfalls auch für kleines Geld bei einem Anbieter mieten. Nextcloud ist da eine Möglichkeit mit der man gleich mehrere Dinge aus den Klauen der Datenkrake reißen kann: den Clouddienst (Drive) samt automatischer Fotosicherung,  via WebDAV den Kalender, die Aufgaben und - vor allem - das Adressbuch! Diverse Programme und Apps für den PC, den schicken Apple, iOS oder Android sind verfügbar. Somit steht der Verknüpfung und Synchronisierung aller im Besitz befindlichen Geräte nichts entgegen.

 

Google Play Store


Etwas haarig gestaltet sich die Suche nach einer alternativen App-Bezugsquelle. Aber, es gibt sie: F-Droid beispielsweise. Oder die diversen Hersteller selbst, die ihre Apps auch auf den eigenen Webseiten anbieten. Insgesamt sollte man hier aber Vorsicht walten lassen, von wem man sich da Apps aufs Smartphone installiert.

 

Google Music


Eine wirkliche Alternative für Google Music, wo man seine eigenen MP3s hochläd und jederzeit (Netzverbindung oder vorheriger Download vorausgesetzt) anhören kann, ist bis dato unbekannt. Abgesehen vom nervigen Abo-Vorschlag, den man immer wieder einmal wegklicken muss, ist das Spionieren mittels Musiksammlung auch sehr eingeschränkt (aber nicht unmöglich). Man kann sich natürlich auch seiner eigenen Cloud im Web bedienen und von dort streamen. Auch kann man sich zuhause eine Festplatte an den geeigneten Router stecken, einige Freigaben tätigen und dann von unterwegs die heimische Musiksammlung streamen. Da Speicherkarten auch nicht mehr die riesige finanzielle Investition bedeuten, kann man sich natürlich auch vorab seine Sammlung auf den Speicher laden und - ganz ohne Netzverbindung - Musik genießen... Viele haben aber auch gar keine eigenen Musikdateien mehr und begnügen sich mit dem, was ihnen die Streaming-Dienste vorsetzen.

Alle Apps, die man ersetzt hat, können guten Gewissens vom Smartphone gelöscht oder, falls der Hersteller dies unterbindet, zumindest deaktiviert werden. Ein Leben mit etwas weniger Google darin ist erstrebenswert...
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