schusterjunge

21:14:27, Samstag, 17. November 2018
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Hereditary - Das Vermächtnis

Lesedauer: ∅ 1m 56s für 428 Wörter
Erstellung: 04.11.2018 (18:11)
Letzte Änderung: 04.11.2018 (18:14)
Hereditary bedeutet soviel wie "Vererbung". Nun kann man vielerlei Dinge vererben, auch die weniger schönen, wie z.B. psychische Störungen. Derartige sind in der Familie Leigh/Graham überdurchschnittlich vertreten: Die jüngst verstorbene Mutter Ellen gab diese an ihre Kinder weiter. Alice (mit einem suizidalem Bruder gesegnet) wiederum reichte sie an ihre beiden Kinder Charlie und Peter weiter. Dass das kein gutes Ende nehmen kann, ist dem Zuschauer schnell klar. Dennoch zieht sich der Film wie Kaugummi und rückt nur spärlich mit Details heraus, die dann allerdings bis ins Kleinste ausgeschlachtet werden. Andere Dinge, die der Thematik Vorschub leisten würden, werden stiefmütterlich behandelt. Der dämonische Name Paimon und dessen Siegel aus der Goetia tauchen immer wieder auf; Details zum Verständnis fehlen hier allerdings. Der Tiefe des Films hätte dies gut getan. (Paimon ist der 9. der 72 Dämonen der Goetia, um ihn zu beschwören benötigt man ein Opfer. Ein lohnendes Opfer, denn Paimon kennt alle Wissenschaften und weiß Antworten auf bislang unbeantwortbare Fragen. Wie andere Dämonen auch, befehligt er Legionen von Geistern.)

Nach gut zwei Stunden ist der Zuschauer irgendwie erleichtert, dass das Drama ein Ende hat und stellt fest, dass mit der Hälfte der Zeit ein durchweg guter und spannender Film hätte entstehen können. Allein die Totalen auf die Akteure sind quälend lang und man ertappt sich dabei, sämtliche Kleinigkeiten der Gesichter wahrzunehmen und die Szenerie abzusuchen, obwohl dies weder der Unterhaltung noch der Story irgendwie dienlich wird. Spannung weicht schnell und immer häufiger der Langeweile, die wiederum schwer wieder abzuschütteln ist.

Vom 2-minütigen Trailer fühlt man sich so richtig verschaukelt: Hier geht es Schlag auf Schlag und man durchrast nahezu die komplette Story und man will mehr erfahren. Dann die obligatorischen Zitate der "Filmkenner": so meint (angeblich) die USA Today, dies wäre der "wahnsinnigste Horrorfilm" seit Jahren und bezeichnet Hereditary gar als "modernes Meisterwerk". The Playlist (muss man nicht kennen) meint sogar, dies sei "der beste Horrorfilm der letzten 50 Jahre" - DAS mag maßlos übertrieben sein und zeugt nicht gerade von Erfahrung und Seriösität. Die Bewertungen der üblichen Verdächtigen (Rotten Tomatoes, IMDB etc.) im Netz, die zwischen 6-8 von 10 liegen, treffen die Realität eher.

Hereditary ist ein unspektakulärer Horror-/Drama-Streifen der Geduld erfordert und vielerorts zu detailverliebt die Szenen beschreibt. Die teils unwirklich wirkenden Reaktionen der Akteure lassen sich oft nur durch die Vorbelastung mit psychischen Erkrankungen erklären - konträr der Intention des Films, den "dämonischen Hintergrund" zu betonen. Dies ist einer dieser Filme, der die Diskrepanz der Bewertungen von Kritikern und Publikum mehr als deutlich hervorhebt - solch Filme gibt es immer wieder.
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