schusterjunge

Sonntag, 16. Dezember 2018
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"Kauf' doch nicht immer nur bei Amazon"

Lesedauer: ∅ 4m 35s für 1012 Wörter
Erstellung: 13.09.2018 (11:25)
Letzte Änderung: 04.10.2018 (10:28)
Vielleicht zurecht hört man diesen Satz so oder so ähnlich: "Kauf' doch nicht immer nur bei Amazon". Schließlich gäbe es genug Alternativen, heißt es dann häufig. Und wahrlich - es gibt genug alternative Anbieter in den Weiten des Internets und sogar in den Einkaufsmeilen der Städte. Das es bei Amazon immer die günstigsten Preise gibt, ist ebenso nur ein Gerücht, wie die Vielfalt der Geschäfte in den Einkaufszentren. Dennoch kaufen die Leute gern, oft und viel lieber bei Amazon, als bei anderen Anbietern. Das Argument, dass viele Menschen nun man nicht in der Nähe von Einkaufszentren wohnen, gilt vielleicht für die Alternative Online-Bestellung, aber nicht dafür, dass es unbedingt Amazon sein muss. Während sich einige Online-Händler noch fragend den Kopf kratzen, macht Amazon es einfach: Service!

Richtig: Nichts ist einfacher, als Service anzubieten! Früher mal als Kundendienst bekannt (und von Anbietern hierzulande ebenso verachtet), erfreut sich der Service bei ausländischen Händlern und Dienstleistern hoher Beliebtheit - den Kunden freut es. Der Kunde ist sogar bereit dafür zu bezahlen! Unglaublich, oder? Ja, wer den Kunden nicht als notwendiges Übel betrachtet, sondern ihn als ebenbürtig sieht, muss sich um Kundenbindung wenig Sorgen machen. Ein paar Vergleiche aus dem realen Leben verdeutlichen dies vielleicht etwas mehr:

Das zu bestellende Objekt: eine LP, die nicht auf Lager ist
Es treten an: Amazon, JPC und Thalia. Amazon und JPC haben den gleichen Preis, Thalia ist etwas teurer. Einzig JPC liefert die LP portofrei, die anderen beiden verlangen Versandkosten, da der Mindestbestellwert für portofreie Lieferungen (knapp) nicht erreicht wurde. Wer zuvor 69.- EUR für PRIME an Amazon gezahlt hat, würde die LP auch portofrei bekommen.

Tag 1, ein Montagmorgen:

Amazon: Sofort nach Bestellung erfolgt die Bestätigung und der Hinweis, dass der Liefertermin sofort mitgeteilt wird, sobald man ihn kennt.
JPC: Bestellbestätigung und ein ähnlich lautender Hinweis zum Liefertermin folgen ebenso unverzüglich.
Thalia: Eine ähnliche E-Mail zur Bestätigung liegt auch hier unverzüglich im Mailfach.

Ein Tag später...

Amazon: Eine E-Mail mit einem mehrwöchigen "Lieferfenster" trifft ein.
JPC: Eine E-Mail mit einem Liefertermin in einer Woche wird übermittelt.
Thalia: Kann leider keinen Termin nennen und teilt dies per Mail mit.

Zwei weitere Tage später...

Amazon: Man freut sich, den Termin jetzt genau festlegen zu können; die LP komme bereits am darauffolgenden Tag.

Tag 5 - es ist Freitag...

Amazon: Die LP wird zugestellt.
JPC: Plötzlich auch hier eine überraschende Lieferung!

Tag 10 - ja, richtig! Wir warten noch auf eine Lieferung oder auch nur auf ein Lebenszeichen. Aber Thalia rückt und rührt sich nicht. Erst auf Nachfrage erhalten wir eine weitere Mail, in der es weiterhin heißt, man wisse nicht, wann die LP geliefert werden kann. (Bislang kam keine Lieferung, welche allerdings gleich bei Bestellung bezahlt werden musste - es folgt ein Update, sobald wir mehr wissen. UPDATE: 21 Tage (!) nach Bestellung und Lieferzusage wurde die Order von Thalia einfach storniert. Erst auf Nachfrage gab es eine Begründung: Der Artikel sei nicht mehr lieferbar, man könne ja einen anderen schönen Artikel als Ersatz bestellen. Sicher nicht, liebe Thalia Bücher GmbH. Übrigens verschwand der bestellte Artikel erst drei weitere Tage später aus dem Online-Shop, konnte also die ganze Zeit über bestellt und bezahlt werden - nur geliefert wurde nichts und der Betrag einfach wieder der Kreditkarte gutgeschrieben!)

Vielleicht war/ist das eine Ausnahme, vielleicht war das auch fies, etwas zu bestellen, was nicht auf Lager ist. Aber, da es angeboten wurde, muss man mit einer Bestellung rechnen - böser, böser Kunde. Lagerware liefern alle drei Anbieter flott: Amazon nach einem Tag, JPC nach zwei und Thalia nach vier Werktagen.

Amazon kann aber auch anders: eine Bestellung dauerte schon einmal dreieinhalb Monate! Man wurde regelmäßig informiert und irgendwann kam dann auch das gewünschte, langerwartete "Schmuckstück", welches dann leider retourniert werden musste, weil es nicht der Beschreibung entsprach - dumm gelaufen. Apropos Retoure! Eine Rückgabe bei Amazon führt kaum bis gar nicht zu Problemen. Anstandslos wird (bei Mängeln) alles zurückgenommen und erstattet. Insbesondere im kritischen Bereich der Medien (CD, Vinyl, DVD, BluRay etc) zeigt sich Amazon kundenfreundlich. Im stationären Handel gestaltet sich eine Rückgabe eines Tonträgers oftmals als schwierig, diskussionsbehaftet und umständlich. Auch JPC zeigt sich hier kulant und unkompliziert.

Trickreich werden die Anbieter bei Vorbestellungen. Diese sollen spätestens am Erscheinungstermin auch beim Kunden sein. Das klappt oft, aber machmal gibt es Grund zur Beschwerde: Hat sich der Händler verkalkuliert und kann die Vorbestellerpreisgarantie (Amazon) oder den ausgewiesenen Preis nicht halten, passiert das Sonderbare: Der Artikel wird gestrichen und als "nicht lieferbar" ausgezeichnet, um dann neu gelistet zu werden - zu einem höheren Preis! Das passiert nicht immer sang- und klanglos - zum Ärger des Händlers. Der Kunde fühlt sich getäuscht und protestiert...

Dies ist nur Bespiele, basierend auf persönliche Erfahrungen, die nicht jeden treffen müssen - und auch nicht werden. Es gibt sicherlich unzählige Beispiele, bei denen alles gut ging.

Und der stationäre Handel? MediaMarkt und Saturn, die zu ihren Anfängen kein Problem damit hatten, den Einzelhandel kaputt zu machen, jammerten vor geraumer Zeit in höchsten Tönen und beschwerten sich über den Onlinehandel im Allgemeinen, über Amazon im Speziellen. Mit der fachmännischen Beratung in den Märkten, von der sie selber so schwärmen, ist es nicht weit her. Hat man einen Mitarbeiter gefunden, ist der meist nicht für diese Abteilung zuständig. Der Zuständige wiederum muss "erst mal im Computer nachschauen" oder wirft mit "Fachbegriffen" um sich, die oft gar keinen Sinn machen oder schlicht und ergreifend falsch sind. Gerüchtehalber soll es Ausnahmen geben...
Aufgrund fehlender Auswahl und der nichtexistenten Beratung gibt es immer mehr Leute, die nie wieder in diesen Elektronikmärkten gesehen wurden - wozu auch!?

Was bleibt am Ende? Es muss nicht immer Amazon sein - auch wenn man vielleicht diesen Eindruck gewinnen konnte. Es gibt viele gute Onlineshops, die man nur finden (wollen) muss. Aber dank Fake-Shop-Flut ist es nicht leicht, sich dort zurecht zu finden - aber das ist eine andere Geschichte (ganz kurz: Augen auf, Hirn an).

An die Händler: Wer gegen Amazon bzw. trotz Amazon Bestand haben will, sollte sich vielleicht vom Service, den diese amerikanische Firma bietet, eine Scheibe abschneiden! Immer nur jammern und die Politik um Hilfe anbetteln ist keine Lösung.
Schusterjunge
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