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schusterjunge

Donnerstag, 24. Januar 2019
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Online-Druck: Wo Qualität von der Tagesform abhängt

my-Ass
Lesedauer: ∅ 3m 27s für 763 Wörter
Erstellung: 11.01.2019 (13:52)
Letzte Änderung: 12.01.2019 (15:21)
Ab und an benötigt man doch das eine oder andere Druckerzeugnis. Ob nun Visitenkarten, Bücher, Cover, Poster etc. - irgendwann ist es doch schön, ein gedrucktes Produkt in der Hand zu halten. Seit mehreren Jahren griffen wir mit mehreren Kundenkonten auf eine Online-Druckerei zurück, die von einer Werbeagentur aus Krumbach im Schwabenlande geführt wird und neuerdings als Online-Druck GmbH & Co. KG auftritt. Es war aber auch zu verführerisch: unter online-druck.biz einfach bestellen, Daten hochladen und wenn es Probleme gab, wurde gemailt oder angerufen. Soweit zur einfachen, weit entfernten Vergangenheit.

Nach und nach schlichen sich Fehler ein, die mal minimal und "verkraftbar" waren und mal geregelt werden konnten. So fielen plötzlich bei gedruckten Digipacks (CD-Verpackungen) die Trays (Plastikteile, die die CD halten) unvermittelt ab. Um das zu "begutachten", hätten sämtlich gelieferte Digipacks zurückgesendet werden müssen - dies war leider nicht möglich, da die Druckerei bereits viel zu spät lieferte und die Artikel erst an dem Tag ankamen, an dem wir sie brauchten. Also mussten wir selbst mit Klebepunkten nachhelfen. Dies hieß für uns:

1. keine Digipacks mehr bei Online-Druck bestellen
2. keine Terminsachen mehr über Online-Druck bestellen

Als ein neuer Stapel Visitenkarten benötigt wurden, bestellten wir auch diese dort. Die Druckqualität war bislang ja in Ordnung. Wir erhielten 250 schief gedruckte Visitenkarten und kontrollierten unsere Vorlage: Nein, alles war millimetergenau zentriert. Also lösten wir eine Reklamation aus und mussten - wie erwartet - alles retournieren. Tage später bekamen wir eine Nachricht in der es hieß, dass die Druckerei natürlich nicht schuld ist, aber ausnahmsweise würde man noch einmal drucken. Tage später kamen neue Visitenkarten, nicht mehr ganz schief, aber auch nicht wirklich zentriert. Wir gaben uns damit zufrieden, aber dies hieß für uns:

3. keine Visitenkarten mehr bei Online-Druck bestellen
4. keine Drucksachen mehr bei Online-Druck bestellen, die millimetergenau sein müssen

Nun blieben nur noch die Bücher, die wir für befreundete Autoren drucken ließen. Gut, die Bücher waren nicht immer gut beschnitten (mal stimmte das Maß nicht, mal wurde scheinbar nur unten und nicht oben beschnitten) und dies sorgte für einen leicht schiefes Druckbild, es war aber alles noch im Rahmen, den wir alle akzeptieren konnten.

Als dann allerdings ein Buch nachgedruckt werden sollte und exakt dasselbe Produkt aus exakt derselben Vorlage (die wieder von der Druckerei als fehlerfrei bestätigt wurde: "[B]ei der Prüfung Ihrer Druckdateien wurden keine Fehler gefunden.") gedruckt werden sollte, staunten wir nicht schlecht: Das erneut zwei Wochen zu spät gelieferte Buch sah aus wie im Spar-Modus gedruckt, die Fotos hatten Wölkchen, waren blass und waren nicht schön anzusehen. Da wir aber vom Erstdruck wussten, dass es anders geht und sicher irgendein Fehler beim Druck vorlag, lösten wir diesmal eine Reklamation aus und schickten alle Exemplare zurück.

Mittlerweile ist man in der Reklamationsabteilung scheinbar nur noch damit beschäftigt, reklamationstätige Kunden abzuwürgen. Wir hätten alles falsch gemacht. Auf den Einwand, beim Erstdruck hätte doch alles funktioniert bekamen wir als Antwort, dass vorherige Drucke nicht relevant für die Druckerei seien und wir ja einen, natürlich kostenpflichtigen, Probedruck hätten anfertigen können. Die Reklamation wurde somit abgelehnt.

Akzeptieren wollten wir diese unsinnige und nicht nachvollziehbare Replik nicht und erwiderten, dass ein vorheriger Druck (also die Erstauflage) doch technisch und vernunftbasiert einem Probedruck entspricht, denn, sobald jemand zweimal exakt dasselbe macht, auch als Ergebnis zweimal dasselbe herauskommen sollte.

Als Antwort erhielten wir: "Bitte berücksichtigen Sie, dass wir eine Online-Druckerei sind. Der Fokus liegt hierbei bei der Abwicklung von vielen
Aufträgen in kurzen Produktionsintervallen. Aus diesem Grund können wir beispielsweise auch keine Maschinenwahl anbieten. Weiterhin kann es auch seitens der Papierhersteller Schwankungen geben. Dies sind ein paar Gründe die dazu führen können, dass Farbschwankungen innerhalb der Auflage vorkommen können."

Verstehen wir das richtig, so nutzt die Druckerei also "gute" und "schlechte" Maschinen und ist nicht bereit zu akzeptieren, dass die "schlechten" Maschinen schlecht produzieren? Der Kunde hat damit zufrieden zu sein? Bei der Druckerei will man also zwar einsehen, dass der einzige Faktor, der sich geändert hat, eine ihrer Maschinen ist (Vorlage und Produktwahl waren ja identisch), aber geradestehen will man dafür nicht und der Kunde mit mieser Qualität zufrieden zu sein hat.

Die letzte E-Mail der Reklamationsabteilung beweist ausdrucksstark, dass eben diese Abteilung wohl nur dazu dient, reklamationswillige Kunden abzuwimmeln: "Wie bereits mehrfach erläutert, haben wir den Sachverhalt geprüft und können Ihre Reklamation nicht anerkennen. Der Sachverhalt gilt für uns als abgeschlossen."

Für uns gilt auch etwas als abgeschlossen: die Beziehung zu diesem Unternehmen, denn Bücher lassen sich auch bei der Konkurrenz drucken: Buchdruckerei24, Flyeralarm, WirMachenDruck, druckdiscount24, buchdruck.de, Buchwerft... die Auswahl ist groß!

 
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