schusterjunge

Montag, 25. März 2019
· Allerlei · Film · Musik · my-Ass · Obskur · Sicherheit · Tipps ·

Paketdienste: Zahlen bitte!

my-Ass
Lesedauer: ∅ 2m 8s für 474 Wörter
Erstellung: 10.12.2018 (13:01)
 Aktualisiert: 10.12.2018 (14:39) 
Im Dezember haben die Paketdienste jede Menge zu tun. Der Grund dürfte klar sein: Zu den weihnachtlichen Feiertagen wollen viele Menschen ihren Liebsten etwas zukommen lassen, auch wenn diese in der Ferne leben. Während schon im „normalen“ Versandbetrieb über das Jahr die obskursten Zustellungen (bzw. Nicht-Zustellungen) stattfinden, wird es im letzten Monat des Jahres noch absurder. Ob nun Meldungen wie „Ihre Sendung wurde beim Nachbarn ‚Bitte keine Werbung‘ hinterlegt“ oder „Abstellort: Papiertonne“ – nichts ist unmöglich. Aber um diese nervenaufreibenden Geschehnisse soll es gar nicht gehen – nein, diesmal nicht.

Die Paketdienste finden kaum noch Mitarbeiter, die sich für den Mindestlohn bei jedem Wetter eine unbewältbare Menge an Paketen in den gerade noch zugelassenen Kleintransporter stopfen lassen wollen. Na so was aber auch.

Hermes wurden gar in diesem Jahre rund 1.000 Fahrer abgeworben – von der Konkurrenz, die bessere Bedingungen liefert. Deshalb will Hermes jetzt auch mehr Geld für die Fahrer locker machen. Das freut uns sehr. Dafür müssten natürlich die Preise erhöht werden. Ja, auch das klingt zunächst logisch. Aber, irgendetwas stimmt da nicht, denn im April tönte Hermes noch: „Hermes Gruppe erwirtschaftet Rekordergebnis und wächst erfolgreich in europäischen Kernmärkten“. Aha, könnte man dieses Rekordergebnis nicht in die Mitarbeiter investieren? Ach ja, ich vergaß: Dafür ist das Geld ja nicht da, da es sich auf den eigenen Konten viel besser macht. Somit ist die „notwendige“ Preiserhöhung nicht nur Hohn den Mitarbeitern gegenüber, sondern auch der werten Kundschaft ein Schlag ins Gesicht.

Ebenso muss DPD dringend die Preise erhöhen. Für die Mitarbeiter? Nun ja… Aber auch hier: „DPD legt bei Umsatz und Menge kräftig zu“, lautet eine Meldung. Wofür also die Preiserhöhung? Richtig: Nur wo Geld ist, fühlt sich Geld wohl.

Auch DHL nagt nicht am Hungertuch. „Im vergangenen Jahr steigerte das die Deutsche Post den operativen Gewinn auf 3,74 Milliarden Euro. Der Boom im Online-Versandhandel und bei DHL Express soll das Geschäft auch künftig antreiben.“, meldete der Tagesspiegel im März 2018. Eine Preiserhöhung ist bei DHL aktuell im Express-Bereich und für Geschäftskunden angekündigt.

Wen hätten wir da denn noch? Richtig: UPS. Geht es denen schlecht? „Wachsende Paketmengen und höhere Preise haben dem US-Paketdienst UPS zum Jahresstart einen Gewinnsprung verschafft.“, vermeldete finanzen.net Ende April. Klingt doch gut für UPS, oder? Wahrscheinlich sind deshalb auch bislang keine Preiserhöhungen hier bekannt.

GLS erhöht die Preise um bis zu 8%. Erst im September verkündete man die Übernahme eines kanadischen Paketdienstes, der wiederum für seine Anheuerung von Subunternehmern bekannt ist.

Wie kann man es denn jetzt nett formulieren, wohin die Vorstände der Paketdienste sich ihre Heuchelei schieben können? Gar nicht! Solange Dividenden wichtiger sind als die Löhne und Gehälter sollte sich kein einziger Paketdienst beschweren. Wenn durch Wachstum der Gewinn ein Vielfaches der zu erwartenden Kostensteigerungen entspricht, sind Preiserhöhungen nicht die logische Konsequenz - es sei denn, man ist vielleicht ein klein wenig gierig...

Verbraucher­magazine der ÖR


montags, 19:25 Uhr
 WISO ZDF

montags, 20:15 Uhr
 Markt NDR
 super.markt RBB

dienstags, 20:15 Uhr
 MARKTCHECK SWR

mittwochs, 20:15 Uhr
 Markt WDR
 mex. HR

Satireshows


4. Dienstag im Monat, ca. 23:00 Uhr
 Die Anstalt ZDF

mittwochs, ca. 22:45 Uhr
 Extra 3 NDR

donnerstags, 20:15 Uhr
 quer BR

freitags, ca.22:30 Uhr
 heute show ZDF