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Sonntag, 16. Dezember 2018
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Selber verkaufen: Flohmarkt, eBay, Amazon oder Ankaufsplattform?

Lesedauer: ∅ 5m 9s für 1138 Wörter
Erstellung: 27.02.2018 (12:14)
Letzte Änderung: 02.03.2018 (15:17)



Es muss nicht immer neu sein!


Mit der Zeit sammeln sich bei vielen von uns diverse Dinge an, die man nicht mehr braucht, vielleicht auch nie gebraucht hat, und dementsprechend zu Geld machen könnte, um sich die Dinge zu kaufen, die man wirklich möchte (von „brauchen“ sprechen wir hier mal nicht). Machen wir uns nichts vor: Wir leben in einer Konsumgesellschaft und das muss nicht per se schlecht sein.


Nun gibt es diverse Möglichkeiten, dem persönlich nutzlos gewordenen Wust an Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, CDs, Vinyl, Büchern u.ä. Herr zu werden – je nach Gusto bieten sich unterschiedliche Strategien an. Wegschmeißen ist die denkbar schlechteste (und damit an dieser Stelle zu ignorierende) Methode.



Flohmarkt


Bei gutem Wetter eine gute Möglichkeit: Wer gern direkt mit Menschen (und all ihren Eigenschaften) umgeht und die Frischluft genießt kann sich günstig einen Stand auf einen der vielen Märkte mieten und sein Glück versuchen. Dies macht aber auch erst Sinn, wenn man eine gewisse Quantität an Artikeln zur Verfügung hat. Mit fünf CDs und einem Handy wird man sicher keine Freude dabei haben. Ein gewisses Verhandlungsgeschick sollte man auch mitbringen, denn die wenigsten Besucher eines Flohmarkts schlagen beim festgenagelten Preis zu – selbst bei günstigen Angeboten wird gefeilscht bis die Schwarte kracht.


Als Käufer sollte man dies ebenso beachten: ein Flohmarkt ist zum Handeln da: wer zwei CDs kauft und schweigend den veranschlagten Preis bezahlt, ist selber schuld und hat die Chance verpasst, einen kleinen Mengenrabatt auszuhandeln. Je mehr man auswählt, desto besser muss der Gesamtpreis sein. Ein Flohmarktverkäufer ist kein Sammler, sondern Händler, der seine Ware loswerden will!



Ebay


Verächtlich auch nur „Bucht“ genannt (wo jeder Trödel angespült wird), ist eBay seit längerer Zeit nicht mehr das, was es mal war: ein Online-Flohmarkt. Eher ähnelt die Auktionsplattform mittlerweile eher einem Gemischtwaren-Markt mit einem extremen Händlerüberschuss. Diese Händler sind es auch, die der Auktionsplattform das „Auktion“ aus der Bezeichnung prügelten und sie zu einer schlechten Kopie eines jetzt nicht genannten US-Online-Riesen werden ließen.


Privatleute, die ihre Ware feilbieten, sind dennoch in ausreichender Zahl vorhanden, aber die Zeit der Schnäppchen sind vorbei und Uralt-Tipps, wie die Suche nach Schreibfehlern oder falsch kategorisierter Artikel, funktionieren längst nicht mehr. Das freut wiederum Verkäufer, denn oftmals bieten im Auktionsrausch die Leute fast Neupreise – manchmal sogar darüber! Die Ernüchterung für Verkäufer kommt aber spätestens bei der Abrechnung, denn aktuell werden pauschal 10% Gebühren fällig und wenn der Käufer dann noch auf kostenpflichtige Zahlungsmittel wie PayPal zurückgreift, schmälert das die Ausbeute erneut. Der Erlös für das alte Smartphone ist dann nicht mehr ganz so üppig…



Amazon


Dank Marketplace kann bei Amazon jeder seine Waren anbieten. Eingeschränkt wird dies nur durch die Notwendigkeit, dass der zu verkaufende Artikel bei Amazon bereits in der exakt vorliegenden Ausführung im System sein muss. Variationen werden oft geduldet, sind aber unerwünscht und schlussendlich hat immer der Käufer recht, der dann den Artikel zurückschickt und der Verkäufer auf den Kosten sitzen bleibt. Zu beachten ist auch, dass Amazon vom Verkäufer verlangt, dass die Ware sicher und schnell beim Kunden ist, dafür aber nur eine Mini-Versandpauschale auszahlt, die diesen Versand oft unmöglich machen. Drei Euro für den versicherten Versand funktionieren nicht. Ärgerlich ist, neben der extrem hohen Verkaufsgebühr, aber auch die Tatsache, dass das Geld erst Wochen später ausgezahlt wird. Dieser Verkaufsweg bietet sich da nur für diejenigen an, die möglichst wenig Aufwand betreiben wollen, ihre Sachen einfach nur loswerden wollen und denen der Verkaufserlös egal ist.



Momox/Medimops


Bei Medimops kann man viele günstige Artikel kaufen und dass nicht nur direkt auf der Website sondern auch auf anderen Vertriebswegen wie beispielsweise Amazons Marketplace. Die günstige Ware, die zwar nicht immer optimal im Zustand bewertet wurde, wird leider auch mit händlerseitigen Etiketten zugekleistert, die man nur schwer spurlos entfernen kann. Für Sammler ist diese Plattform daher nur bedingt geeignet. Wer schon mal versucht hat, von einem Buch oder einer LP diese renitenten Etiketten mit Archiv- oder Bestellnummern abzupulen, weiß wovon die Rede ist.


Dank der günstigen Preise bei Medimops darf natürlich nicht viel von der Gegenseite, also dem Ankaufsportal Momox, erwartet werden. Ankaufspreise im Cent-Bereich für CDs und Bücher sind eher die Regel als die Ausnahme.



Zoxs/BuyZoxs


Ein sehr umfangreiches Sortiment bietet Zoxs und sein Verkaufspendant BuyZoxs. Zoxs ist besonders für den Verkauf von Kommunikations- und Heimelektronik zu empfehlen. Hier bekommt man einen fairen Betrag für sein altes, funktionsfähiges Smartphone, Tablet oder auch den ausrangierten Laptop. Verglichen mit eBay erreicht man bei Zoxs einen ebenbürtigen Preis und muss keine Verkaufs- oder Zahlungsgebühr zahlen. Vom (beispielsweise) 500.- EUR Verkauf bleiben bei eBay am Ende nur rund 440.- EUR – bei Zoxs bekommt man die vollen 500.- EUR ausgezahlt. Auch zeitlich geben sich eBay und Zoxs nichts: je nach Auktionsdauer dauert es auch gern über vier Wochen, bis nach einer Ebay-Aution der Rubel rollt – bei Zoxs dauert es auch rund vier Wochen (die "Testphase" wird aus unerklärlichen Gründen unnötig herausgezögert und beträgt mehrere Tage), bis das Geld auf dem eigenen Konto eingeht. Unverständlich ist, warum eine E-Mail gesendet wird, in der der sofortige Gerätetest angekündigt wird, im Konto auch suggeriert wird, es würde "bald" ein Ergebnis vorliegen (und auch ein fixes Datum genannt wird) und dann passiert tagelang nichts (das genannte Bearbeitungsdatum ändert sich nicht, vergeht und plötzlich gibt es keinerlei Status-Updates mehr). Auf Nachfrage, wie lange denn getestet wird, erhielten wir keine Antwort, auch telefonisch erreicht man wenig. Service sieht anders aus.


Die gute Ankaufspolitik von Zoxs hat natürlich Auswirkungen auf BuyZoxs: Artikel sind hier eher hochpreisig und manchmal auch inakzeptabel. Allerdings bekommt man hier auch Sammlerstücke (im Medienbereich) in sehr guter Qualität und zu einem angemessenen Preis. Man darf gespannt sein, wie lange dies so noch funktioniert…



Discogs


Eine spezielle Empfehlung für den An- und Verkauf von Tonträgern aller Art ist Discogs.  Hier hat man ein internationales Publikum und erreicht damit Millionen Leute und kann damit sogar Platten an den Mann bringen, die hierzulande vielleicht irrelevant und unverkäuflich sind, aber ihre Liebhaber in Übersee finden. Die Verkaufsgebühren sind moderat und dank der Community werden schwarze Schafe schnell entlarvt. Um sich keine Feinde zu machen sollten die Artikel akurat eingestuft und auch korrekt platziert werden: jede Pressung, wirklich JEDE Pressung wird hier unterschieden! Welche die korrekte ist, wird detailliert anhand von diversen Merkmalen festgelegt. Zum Einstellen für den Verkauf muss man sich hier schon etwas Zeit nehmen - aber es lohnt sich.

Auch für den Käufer lohnt es sich: man kann hier so ziemlich jede jemals erschienene Platte, CD oder Kassette kaufen. Aber lassen Sie sich nicht blenden: manch horrender Preis entspricht nicht unbedingt dem wirklichen Wert. Nur weil nur ein Anbieter gerade jetzt die lang gesuchte Scheibe anbietet, heißt es nicht, dass der offerierte Preis das Maß aller Dinge sein muss. Genau so gut kann in wenigen Sekunden jemand die gleiche Scheibe zu einem realistischeren Preis anbieten...
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