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Sonntag, 16. Dezember 2018
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Streaming mit Netflix, Amazon, Maxdome und Sky

Lesedauer: ∅ 4m 45s für 1052 Wörter
Erstellung: 15.02.2018 (10:21)
Letzte Änderung: 19.10.2018 (13:11)

Netflix, Sky, Amazon, Maxdome


Auswahl & Grundsätzliches


Sofern man nicht zu den notorischen „Allesglotzern“ oder „Ich schaue gern alten Kram in der X-ten Wiederholung“-Personen gehört, ist die Frage nach dem Warum gestattet. Warum sollte man sich diese Extra-Kosten ans Bein binden? Hunderte von Filmen und Serienepisoden, die man schon im Fernsehen nicht sehen wollte, kann man jetzt jederzeit von den Streaming-Diensten beziehen. Exklusives Material gibt es kaum. All den Fernsehmüll bezahlt man jetzt (freiwillig) mit und schimpft gleichzeitig auf die böse, böse (ehemalige) GEZ. All die schlechten RTL-, Sat1- und Pro7-Produktionen, die schon kostenlos nicht zu ertragen waren, erhält man jetzt nochmal aufgewärmt präsentiert – alles nur, damit die Auswahl stimmt, zumindest quantitativ.

Serien sind heutzutage der Verkaufsschlager – und das nutzen die Streamingdienste schamlos aus. Wöchentlich präsentieren sie eine mickrige neue Folge. Da Serien schon mal gut und gerne 3-5 Monate laufen (bei 10-20 Folgen) hat man damit schon einmal die Blu-Ray-Box gut und gerne finanziert – und die hat man dann und kann sie sich anschauen, wann man will. Für die Verfügbarkeit der Serienstaffel zahlt man allerdings bei den Streaming-Diensten wieder und wieder. Stellt man die Zahlung ein (sprich: kündigt) ist alles weg!

Ausnahmen gibt es, aber die sind selten: Amazon beispielsweise präsentiert Eigenproduktionen gern in einem Rutsch: Da schafft man eine Serienstaffel gut in einem Monat (Serienfans brauchen da sicherlich erheblich weniger Zeit für). Aber dies ist selten und übers Jahr gesehen auch an einer, im besten Fall an zwei Händen abzuzählen.

Netflix hat eine große Auswahl, zu anspruchsvoll darf man hier aber auch nicht sein. Die Beschreibungstexte sind viel zu kurz und oftmals überhaupt nicht aussagekräftig. Ärgerlich sind die fehlenden Hinweise auf verfügbare Sprachversionen. Obwohl Filme einen deutschsprachigen Titel und auch eine ebensolche Kurzbeschreibung haben, passiert es oft, dass die Filme nur in Englisch, Spanisch oder gar in exotischen Sprachen wie Thai vorliegen. Amazon gibt hier zumindest vorab bereits genug Informationen, aus denen hervorgeht, welche Sprachfassungen vorhanden sind: Titel und Beschreibung sind auf Englisch und der Hinweis [OV] für Originalversion sagen jedem bereits, dass der Film nicht auf Deutsch vorliegt.

Wer bereits einige Monate lang die Welt der Streamingdienste durchforstet hat, wird kaum neues Material finden. Wer täglich ein abendfüllendes Programm erwartet, muss entweder extrem anspruchslos sein und wirklich alles sehen wollen, darf die x-te Wiederholung nicht scheuen oder wird unweigerlich enttäuscht werden. Wer ein anspruchsloses Programm oder Wiederholungen nicht scheut, kann aber genauso gut auf das reguläre Fernsehprogramm zurückgreifen…

Verfügbarkeit


Wer eine schnelle – und besonders wichtig: stabile – Internetverbindung sein Eigen nennt, kann die Streamingdienste nutzen. „Schnell“ ist hierbei relativ, denn bereits eine 6 Mbit/s Leitung ist theoretisch ausreichend, sofern diese Leistung auch kontinuierlich erbracht wird und keine weiteren Geräte zeitgleich im Internet herumpfriemeln. „Schnell“ würde man das nicht unbedingt nennen. Das Problem der Kontinuität ist wohl jedem bekannt: Die gebuchte und versprochene Datenübertragungsrate hat wohl kaum jemand rund um die Uhr, viele haben sie sogar niemals! An dieser Stelle setzen wir schlicht voraus, dass eine stabile Internetverbindung vorliegt.

Amazon kann dadurch punkten, dass die Server eine extrem gute Verfügbarkeit haben und fast immer ein Streamen möglich ist. Ist es allerdings doch mal der Fall, dass die Amazon-Server hinken, würde der Anbieter niemals zugeben, dass es an ihm liegt und präsentiert stattdessen die Information, dass die Internetverbindung gerade sehr schlecht ist und man doch die Verbindung überprüfen soll. Etwas mehr Ehrlichkeit würde Amazon gut stehen – denn am Internetanschluss liegt es nicht…

Sky versucht Verbindungsprobleme damit zu lösen, indem die Bildqualität gesenkt wird. Hier kennt der Anbieter keine Limits nach unten: Mit etwas Pech sieht man schon mal minutenlang nur große bunte Klötze, die auf dem Bildschirm aufblitzen. Ansonsten gab es eigentlich keine Abbrüche – doch halt, ganz so ist es dann doch nicht: Hat man die App auf mehreren Geräten installiert (Smartphone und Tablet beispielsweise), bricht die Verbindung unvermittelt komplett ab und es erscheint die Meldung, dass bereits ein anderes Gerät streamt – dabei läuft nur die eine App. Alle anderen Geräte auszuschalten oder vom Netz zu trennen, ist wohl ein etwas seltsames Vorgehen.

Netflix brilliert hier mit keinen Ausfällen. Zumindest ist uns keiner aufgefallen. Ganz anders Maxdome: bereits am ersten Tag häuften sich Ausfälle und das im Sekundentakt. Immer wieder hängt die App und schafft es nicht, den Datenstrom aufrecht zu erhalten. Die eigene Internetverbindung kann es nicht sein, dies wurde mehrfach überprüft. Da gibt man schnell nach kurzer Zeit auf.

Kosten


Bei monatlicher Zahlung (und ebenso monatlicher Kündigungsmöglichkeit) geben sich die Anbieter preislich nicht viel Spielraum. Zugaben erhält man kaum – nur Amazon bietet Extras, da man hier auch Prime-Kunde ist und damit auch den schnellen und kostenlosen Prime-Versand mitnutzen kann, oder aber Sky, wo man zusätzlich noch diverse Fernsehsender streamen kann.

Sky Entertainment kostet rund 10 EUR im Monat – dafür bekommt man aber nur Serien und den einen oder anderen Film der Fernsehsender zu Gesicht. Will man mehr Filme kommen noch einmal knapp 15 EUR pro Monat hinzu. Sport kostet wiederum extra (bis zu 30 EUR p.M. zusätzlich).

Mit knapp 8 EUR monatlich ist man bei Amazon dabei. Wer jährlich zahlt muss nur 69 EUR (5,75 EUR p.M.) berappen. Dafür bekommt man viele Extras, die aber entbehrlich sind: die Musik-Flat lohnt ebenso wenig wie die Speicherung von Fotos oder der Prime-Versand. Letzterer verleitet schnell dazu überteuert zu kaufen, denn der Preisvergleich fällt oftmals flach. Günstiger ist es, für jede Anschaffung Preise zu vergleichen – aber das ist eine andere Geschichte.

Netflix bietet unterschiedliche Abo-Formen, die zwischen knapp 8 EUR und 14 EUR liegen. Das billigste Paket scheidet für die meisten grundsätzlich aus, denn hier gibt es nichts in HD – heutzutage eigentlich ein No-Go, aber sei es drum (auf einem Minibildschirm mag das akzeptabel sein). Für rund 11 EUR hat man HD und bis zu zwei Geräte können gleichzeitig streamen. Will man dies auf 4 Geräte erhöhen und/oder legt Wert auf UHD, fallen knapp 14 EUR an.

Kündigung


Einzig Maxdome fällt hier negativ auf, da für die Kündigung extra eine E-Mail geschickt werden muss und die Info hierfür ziemlich versteckt wurde. Die anderen drei Anbieter haben in den Account-Einstellungen die Möglichkeit der Kündigung gut erreichbar eingebaut.

Fazit


Eine gute Alternative zum Fernsehprogramm stellt noch immer keiner der vorhandenen Streamingdienste dar; als Ergänzung mag der eine oder andere funktionieren
Augen auf und  AdBlocker an; auf dass auch deine Spuren im Netz verblassen!

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