schusterjunge

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Von Liebestränken alter Zeiten

Lesedauer: ∅ 1m 42s für 379 Wörter
Erstellung: 23.12.2017 (13:31)
Letzte Änderung: 19.01.2018 (13:34)
Wenn es darum geht, den oder die Liebsten an sich zu binden, war die Menschheit schon immer sehr erfinderisch. Wenn die begehrte Person nicht so wollte, wie man selbst, kann sowieso nur Hexerei im Spiel sein – und der kommt man nur mit noch mehr Hexerei bei. Die sonderbarsten Blüten haben wir einmal zusammengetragen – wer an eine Wirksamkeit glauben mag, möge dies doch mit dem Osterhasen diskutieren...

Liebestränke wurden aus den verschiedensten Zutaten zusammengebraut. Mal, wie in Franken, war es schnöder Liebstöckel, dann wiederum Fledermausblut mit Bier in böhmischen Gefilden. Spanischen Fliegen (wortwörtlich!) wurden die Köpfe abgebissen und im Kaffee gekocht, eigene Haare und Nägel wurden dem Umworbenen als Ernährungsergänzung untergejubelt, auch Blut, Schweiß und andere Körpersäfte mussten als Zutaten herhalten.

Ebenfalls in Böhmen trug der Jüngling gern ein Tuch unter der Achsel und wenn es nur ordentlich durchgeschwitzt war, wischte er damit der Angebeteten über die Stirn. Ein erfolgreicher Versuch ist nicht überliefert, ebenso wenig einer vom Verreiben einer Muskatnuss, die den gesamten Verdauungstrakt durchwanderte und mit der man dann das Essen aufzuwerten versuchte, wie man es in Franken zu tun pflegte.

Wer schon die Sache mit dem Tuch unter der Achsel als leicht ekelig empfand, wird sich „freuen“, dass dies auch mit Lebensmitteln wie Obst, Zucker oder Brot durchgeführt wurde, die man dann dem Opfer (anders kann man dies wohl nicht bezeichnen) zur Vertilgung überreichte. Na, noch immer nicht genug? Bitteschön: in Landkreisen von Hessen schmierte man dem Liebsten auch gern mal ein lecker Ohrenschmalzbrot, Achselhaare kamen getrocknet in Böhmische Kuchen, Menstruationsblut oder Sperma in Speis' und Trank...

Dagegen wirken „Traditionen“, wie das tagelange Tragen fremder Schuhe oder Kleidungsstücke, harmlos, ja fast niedlich. Sinnvoll sind sie allerdings genauso wenig. Wahrscheinlich ebenso wie die Versuche, aufdringliche und lästige Verehrer abzuwehren. Dafür muss man sich ebenfalls etwas „von dem Leibe“ des Stalkers verschaffen und es im Sonnenlicht oder Rauch verdorren lassen. Symbolkraft hat das ja – mehr aber auch nicht.

„Wie wird man den stalkenden Mist nur wieder los?“ mag eine berechtigte Frage für folgende Lösung aus Mähren sein: Man nehme etwas Kot von der Sohle des rechten Schuhs (hatte damals wohl jeder unter den Tretern), stecke diesen in den Schuh und werfe wiederum diesen rücklings über den Kopf in einen See oder Teich und gehe hinfort ohne sich umzudrehen...
Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart (Adolf Wuttke, Hamburg, 1860) Thiasos Schusterjunge
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